Einführung des Lesebands an allen Grundschulen im SSP Latsch

Im kommenden Schuljahr wird an allen Grundschulen des Schulsprengels Latsch für die 2. bis 5. Klassen das sogenannte „Leseband“ eingeführt.

leseband

Dabei handelt es sich um ein Konzept zur systematischen Leseförderung, das in mehreren deutschen Bundesländern sowie an zahlreichen Schulen in Österreich seit Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen und die Erfahrungen vieler Schulen zeigen deutlich: die Kinder verbessern durch tägliche, regelmäßige Lesezeiten ihre Leseflüssigkeit, ihr Textverständnis, ihren Wortschatz und insgesamt ihre Lernleistungen – und zwar in allen Fächern! In Südtirol haben 20 Schulsprengel großes Interesse am Leseband gezeigt, und es freut mich, dass wir zu den fünf Direktionen gehören, die landesweit zugelassen wurden.

Das Grundprinzip des Lesebandes ist einfach: Alle Kinder lesen täglich für etwa 20 Minuten in der Schule. Diese feste Lesezeit findet regelmäßig und verbindlich statt und wird von den Lehrpersonen gezielt begleitet. Gleichzeitig werden alle Lehrpersonen des Schulsprengels Latsch durch Experten fachlich geschult, damit die Förderung nach aktuellen didaktischen Erkenntnissen erfolgt.

Warum ist uns dieses Vorhaben so wichtig?

Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für den gesamten schulischen Erfolg. Kinder, die sicher und flüssig lesen können, lernen leichter – nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen Fächern. Gleichzeitig wissen wir, dass es für viele Familien im Alltag schwierig ist, täglich genügend Zeit zum gemeinsamen Lesen zu finden. Berufliche Verpflichtungen, unterschiedliche Familiensituationen oder sprachliche Unsicherheiten können dies erschweren.

Mit dem Leseband möchten wir deshalb auch Familien entlasten und sicherstellen, dass jedes Kind – unabhängig von den Möglichkeiten zuhause – jeden Tag ausreichend Zeit zum Lesen erhält. Im regulären Unterricht wäre es nicht möglich, jedem einzelnen Kind die notwendige individuelle Lesezeit zu bieten. Durch das Leseband schaffen wir dafür einen verlässlichen Rahmen, und zwar in den ersten 20 Minuten jedes Schultags (unabhängig vom jeweiligen Fach).

Die Erfahrungen anderer Schulen zeigen, dass besonders Kinder profitieren, die bisher wenig regelmäßige Leseerfahrung sammeln konnten. Gleichzeitig gewinnen auch gute Leserinnen und Leser mehr Sicherheit, Lesefreude und Routine.

Wer von Ihnen mehr über das Leseband wissen möchte, findet alle Informationen – und tolle Videos – unter diesem Link: Start – Leseband.

In den vergangenen 10 Tagen haben das Lehrerkollegium (über 100 Lehrpersonen) und der Schulrat (bestehend aus 6 Elternvertretern, 6 Lehrpersonen, Schulsekretärin und Direktor) die Einführung des Lesebandes und die entsprechende Anpassung der Unterrichtszeiten an allen Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr beschlossen.

Wie in anderen Schulsprengeln in der näheren Umgebung haben nun die Erstklässler keinen Nachmittagsunterricht mehr, und die SchülerInnen der 2. bis 5. Klassen nur mehr am Dienstag (wobei der Nachmittagsunterricht in den ersten zwei und letzten zwei Unterrichtswochen des Schuljahres entfällt). Für alle SchülerInnen der Grundschulen gelten folgende Unterrichtszeiten:

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
7:35 bis 12:50 Uhr 7:35 bis 12:50 Uhr 7:35 bis 12:50 Uhr 7:35 bis 12:50 Uhr 7:35 bis 12:50 Uhr
14:00 bis 16.00 Uhr*

* nur 2. bis 5. Klassen

Ab 7.30 Uhr werden die SchülerInnen an den jeweiligen Schulen beaufsichtigt und betreten gemeinsam das Schulgebäude. Selbstverständlich wird die Schule für jene SchülerInnen, die etwas abgelegen wohnen und mit Kleinbussen an die Schule gebracht werden, um die neuen passenden Fahrtzeiten ansuchen. Die betroffenen Familien müssen sich in dieser Hinsicht also um nichts kümmern!

Was die Anmeldung zur Schulausspeisung (Mensa) am Dienstag betrifft, werden die Gemeinden demnächst die Anmeldemodalitäten mitteilen, und die Familien erhalten die Informationen dann von uns.

In Bezug auf die „Anerkennung des Bildungsguthabens“ wird der Schulrat im Herbst noch einen Beschluss fassen, und Sie erhalten dann frühzeitig die entsprechenden Informationen. Die bisherige, mündlich getroffene Vereinbarung im Schulrat ist, dass die Familien weiterhin um die Anerkennung des Bildungsguthabens ansuchen können. Dies würde dann bedeuten, dass die jeweiligen Kinder im 2. Semester erst um 7.55 Uhr zur Schule kommen, und somit in diesen Wochen nicht am Leseband teilnehmen. Der Donnerstagnachmittag fällt in Zukunft ja für alle aus. An der Mittelschule bleibt die Regelung natürlich wie bisher.

Wir freuen uns sehr auf dieses gemeinsame Vorhaben und sind überzeugt, damit einen wichtigen Beitrag zur sprachlichen und schulischen Entwicklung unserer Kinder, aber auch zur Entlastung der Familien, zu leisten!

Stefan Ganterer | Direktor SSP Latsch

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